Leica CL - Teil 1

December 07, 2017  •  Kommentar schreiben

Im Oktober 2016 verkaufte ich meine geliebte Leica M, weil meine Augen zu viele Probleme mit dem Messsucher hatten. Das war eine Vernunftentscheidung und ich wußte, dass es unmöglich sein würde, einen in jeder Hinsicht gleichwertigen Ersatz zu finden (siehe diesen Artikel).

Seitdem ist über ein Jahr vergangen. Ich habe mir die Zeit mit der Fuji X-Pro2 vertrieben und mich gefragt, warum bei Leica niemand auf die Idee kam, so etwas wie die SL in klein zu bauen. Die TL2 ließ mich kurz aufhorchen, doch konnte ich mich weder zu einer Kamera ohne Sucher durchringen noch die sehr touchlastige Bedienung akzeptieren.

Als ich die CL-Ankündigung las, war mein erster Gedanke: "Endlich haben sie es hinbekommen, alle Puzzleteile zusammengefügt und das perfekte APS-C-Gerät gebaut!". Die TL2 war so verdammt nahe dran... und für mich doch meilenweit daneben. Die CL hingegen - wahrscheinlich hat Leica die genau für mich konzipiert (einige meiner Blogleser sehen das genauso wie ich diversen Zuschriften entnehmen konnte).

 

Vorgeplänkel

Was ist die Leica CL? Sie ist im Grunde die Quintessenz aus allen (APS-C)-Geräten, die Leica in den letzten Jahren gebaut hat. Wie eine X mit Wechselobjektiv, verfeinert mit moderner Technik aus der TL2, im Charakter aber fast eine Mischung aus Q und M - nur eben ohne Vollformat. Naja, und eine Prise SL ist auch dabei. Herausgekommen ist aber kein hässlicher Frankenstein sondern ein stimmiges Gerät. Die technischen Daten lassen eigentlich keine Wünsche offen. Ganz besonders deutlich wird das auch in der Fachpresse, auf die ich sonst nicht viel gebe. Aber erstmals ist ein APS-C-Gerät von Leica durchweg sehr positiv aufgenommen worden und die meisten Tester vergaßen vor lauter Begeisterung sogar das Meckern über den Preis. Alle, die in letzter Zeit etwas still geworden waren (z.B. Steve Huff), sind plötzlich wieder voll des Lobes und ich bilde mir ein, selbst bei "bezahlten" Bloggern zwischen den Zeilen herauslesen zu können, ob sie ein Gerät mögen oder nicht. Die CL wird definitiv gemocht.

Ich hatte ja hier angekündigt, dass ich diesen Bericht immer im Kontext zur Fuji X-Pro2 schreiben werde. Ich möchte jedoch von vornherein klarstellen, dass das hier kein Fuji-Schlachtfest wird. Fuji-Fans werden mich hinterher nicht hassen und ich werde schön bei der Wahrheit bleiben; die X-Pro2 ist nämlich auch eine fabelhafte Kamera. Mich persönlich spricht die Leica aus diversen emotionalen und sachlichen Gründen mehr an - dazu gleich mehr. Fuji hat sich den Spitzenplatz im APS-C-Segment und in vielen Herzen in den letzten Jahren jedoch völlig zu Recht mit harter Arbeit verdient.

Trotzdem - und hier muss ich genauso ehrlich sein - bin ich bei Fuji nie ganz glücklich geworden. Die Gründe dafür liegen nicht nur im objektiven Bereich.

Ich mag das mittelständische Unternehmen Leica mit seiner beispiellosen Geschichte - über viele Höhen und Tiefen hinweg. Ich mag den Gedanken, dass mein Fotoapparat hier gebaut wurde, in einem Werk, dass ich sogar einmal besuchen könnte. Leica ist kein großer, gesichtsloser Konzern, der jeden Tag tausende Paletten mit Geräten vom Fließband wirft. Wenn man eine in Wetzlar gebaute Leica kauft, erwirbt man ein kleines Stück Firma und auch ein kleines Stück der dazugehörigen Historie. Ich weiss, dass das viele Menschen auf der Welt ebenso sehen und das macht uns alle zu einer kleinen globalen Gemeinde und wir alle teilen auf gewisse Weise eine kleine Macke.

Ich bin ein Mensch, der sich immer für Geschichte und für das Werden interessiert hat. Als solches spielen die historischen Fakten sehr wohl mit in mein Bauchgefühl hinein (andere mögen das gänzlich anders sehen) und vermischen sich darin zu einer großen, undefinierbaren "Leica-haben-wollen"-Masse. Alle Unternehmen versuchen immer, eine emotionale Brücke zu ihren Kunden zu schlagen um die Kundenbindung zu erhöhen. Diese emotionale Bindung ist dabei wichtiger, als alles andere. Selbst Features, Probleme oder gewisse Unzulänglichkeiten treten dahinter zurück und Leica hat dieses Kunststück (leider für mein Sparbuch) bei mir vollbracht. Dieses Gefühl, mit der Kamera rausgehen und etwas erschaffen zu wollen... das hat mir die Fuji einfach nicht gegeben und ich habe es wirklich versucht. Als ich dann schließlich nach einem Jahr die CL bestellte und meine Fuji-Ausrüstung verkaufte, fühlte ich fast so etwas wie Erleichterung oder auch das Gefühl, nach Hause zu kommen. Nach Hause zu dieser ganzen verkorksten Gemeinde von Spinnern, die 11.000 EUR für ein Objektiv ausgeben. Nach Hause zu den seltsamen Leuten, die sich im Leica-Forum die Taschen vollhauen, zur LFI, die mich abwechselnd nervt (mit hässlichen Fotostrecken) und begeistert (mit inspirierenden Fotostrecken) und zu all den Summiluxen und Elmariten - Worte die für nicht eingeweihte wie seltsame Namen von Zwergen und Elfen klingen.

Der ganze technische Kram tritt dahinter erstmal zurück. Denn natürlich war die X-Pro2 keine schlechtere Kamera als die CL. Um es auf den Punkt zu bringen, X-Pro2 und Leica CL sind einfach charakterlich und bezüglich der dahinterstehenden Philosophie grundverschieden. Beide Geräte sind auf ihre Art super und je nach persönlichen Präferenzen wird man sich mehr zu dem einen oder mehr zu dem anderen hingezogen fühlen.

Ich hatte das große Glück, schon kurz nach dem Release eine Leica CL zu ergattern (ein wenig Hals über Kopf, daher hatte ich auch Anfangs kein passendes Objektiv dafür), das Gerät ist mir also nicht von Leica zur Verfügung gestellt worden. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich immer noch ein unabhängiger und freier Reviewer bin, der sich die Geräte, über die er schreibt, selber kauft. Es stimmt, dass meine Berichte meist eher positiv sind (es gibt aber auch Ausnahmen!), das kommt daher, dass ich mich natürlich über Geräte, die ich auch selbst bezahlen muss, vorher gründlichst informiere. Ich kaufe weder eine Katze im Sack noch Artikel, von denen ich nicht hunderprozentig überzeugt bin. Deswegen spreche ich bei meinen Texten auch eher von Erfahrungsberichten als von Tests.

Bei der CL ist das nun erstmalig anders, denn die Kamera ist noch so neu, dass es kaum Berichte - erst recht keine Erfahrungen - dazu gibt. Ich habe also einen großen Vertrauensvorschuß in Leica investiert. Bisher bin  ich immer dazugekommen, wenn die Schnitzer in der Firmware ausgemerzt waren und der Zubehörmarkt reichlich Auswahl bot. Diesmal ist das anders und das führt nun unter anderem dazu, dass ich für den Anfang leider auf Halfcase und Daumenstütze verzichten muss.

Doch genug des Vorgeplänkels. Ich möchte diesmal meine Blogleser nicht wochenlang auf den fertigen Test warten lassen sondern in kurzen zeitlichen Abständen etwas zu meinen Erlebnissen mit der CL schreiben. Und so starten wir nun mit dem ersten Teil.

 

Hässliches iPhone-Bild von schönem Ereignis... Unboxing.

 

Teil 1 - Der erste Eindruck

Vor fünf Minuten habe ich die Kamera ausgepackt, erstmal genau angeschaut, den Akku geladen und ein altes Yashica M44-Objektiv draufgesteckt (mein TL-Objektiv ist noch mit der Post unterwegs). Mein erster Eindruck: eine typische Leica, sehr hochwertig - aber auch klein und niedlich (403 Gramm mit Akku). Nach Zahlen ist sie nicht so viel kleiner als die X-Pro2, in der Realität wirkt sie jedoch viel zierlicher. Der Bedienbarkeit tut dies keinen Abbruch, alle Tasten sind gut erreichbar und haben einen angenehmen Druckpunkt, auch die Räder sind mechanisch einwandfrei. Aber sie ist wirklich äußerst handlich, ein Huschel sozusagen.

 

Um zu demonstrieren, wie zierlich die CL ist, habe ich meiner empörten Tochter unter Einsatz meines Lebens das iPhone entrissen. Jetzt muss ich es schnell wieder zurückgeben, damit sie keine posttraumatische Belastungsstörung erleidet.

 

Sie sieht in natura auf jeden Fall besser als auf Produktfotos aus. Der etwas aufgesetzt wirkende Sucherbuckel fällt kaum ins Gewicht. Wie bei der Q schlägt das Design eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart. Es ist unzweifelhaft eine Leica, die Reminiszensen an die M und an  Barnacks Ur-Leica sind erkennbar. Gleichzeitig hat sie jedoch auch einen modernen, schicken und technologischen Character. Die Bedienelemente liegen gut in der Hand, jedoch: aufgrund der fehlenden Griffwulst vorn rechts muss man das kleine Schätzchen gut festhalten. Wie bei den X-Geräten und im Grunde auch bei der M ist ein entspanntes Halten (ohne Hilfsmittel) nur schwierig. Ich hoffe hier auf die Daumenstütze und das Halfcase, alternativ bietet Leica aber auch einen optionalen Griff mit Schlaufe an. All dies ist - während ich diese Zeilen schreibe - leider noch nicht lieferbar.

Übrigens: ein Handbuch ist heutzutage selbst bei Leica leider nicht mehr mit dabei. Man kann jedoch unter Angabe von Adresse und Seriennummer hier offiziell und kostenlos bestellen (nach unten scrollen) oder als PDF herunterladen (weiter oben).

 

Teil 1 - Technische Grundlagen und erste Eindrücke zum Handling

Schauen wir uns die Technik im Detail an. Herzstück der CL ist der bereits aus anderen Geräten (z.B. Leica M10) bekannte Maestro-II-Prozessor, der auf der Fujitsu Milbeaut-Serie basiert (die M240 besaß den Maestro der ersten Generation). Die Milbeaut-System besteht aus mehreren spezialisierten Prozessoren auf einem Chip und existiert in diversen Ausprägungen, z.B. auch für Smartphones. Interessant: auch der Nikon EXPEED, der Sigma True-II oder einige Pentax-Modelle basieren auf dem Milbeaut. Es handelt sich also um eine bewährte Plattform, die von Leica auf die eigenen Bedürfnisse optimiert (spezifiziert) wird.

Genauso wichtig ist der Bildsensor. Die CL ist eine APS-C-Kamera (beinhaltet also ein Crop-Sensor der um den Faktor 1,5 kleiner als ein Vollformat-Sensor ist). Das ist ein gewisser Kompromiss, der andererseits aber auch dafür sorgt, dass die Kamera so wunderbar klein und handlich ist. Die Auflösung liegt bei 24 Megapixeln (6016 x 4014 Pixel), das ist heutzutage üblich und meiner Meinung nach genau das richtige Maß zwischen Speicherbedarf, Qualität und Sinnhaftigkeit (bezogen auf die Größe des Sensors). Auf Grund der Eckdaten nehme ich an, dass es sich um den üblichen und sehr guten Standard-APS-C-Sensor von Sony handelt. Leica schweigt sich darüber jedoch aus und ich weiss es nicht. Es wäre aber eigentlich keine Schande denn dieser Sensor sorgt auch in anderen Spitzengeräten wie der X-Pro2 für hervorragende Leistung in punkto Rauschverhalten, Auflösung und Dynamik. Meiner Meinung nach zieht er sogar mit einigen Vollformat-Geräten gleich, die z.B. hinsichtlich der maximalen Auflösung teilweise durch Moire-Filter eingebremst werden. Hierzu verweise ich auf meinen Artikel zum Thema APS-C.

Die ISO-Reichweite gibt Leica bis 50.000 an. Ich persönlich habe bei bisher jeder Kamera eine persönliche Schmerzgrenze von ISO 6400 gefunden (auch bei den Sonys!), danach wird es meist hässlich. Wie weit ich bei der CL gehen kann, werden die ersten praktischen Tests zeigen.

Der Autofokus arbeitet rein kontrastbasiert. Das hätte mich früher mit Grausen erfüllt, doch mittlerweile sind die Systeme schnell genug, um auch mit dieser Messmethode hinreichend zügig scharf zu stellen. Über die Präzision brauchen wir uns nicht auszulassen, die ist eh perfekt und Probleme wie Fokus-Shift oder Back/Frontfokus gibt es hier nicht mehr. Vereinfacht gesagt fährt das System einfach den stärksten Kontrast an. Ob die Kamera dabei schief und krumm ist und der Abstand Bajonett - Sensor - Optik sonstwie abweicht, scharf wird es so trotzdem immer. Irgendetwas einschicken und justieren muss man also nicht mehr.

 

Fast schon Gotteslästerung, ein altes M44-Yashica in Ermangelung meines TL-Objektives, das erst in zwei Tagen eintreffen wird.

 

Der Verschluss ist angenehm leise, klingt aber trotzdem gut. Dezent mechanisch. Er erlaubt bis zu 1/8000 (sehr schön!) und wahlweise lässt sich auf einen elektronischen Verschluss wechseln, der wiederum 1/25000 ermöglicht. Auch das ist wunderbar (genau wie bei der X-Pro2), da ich so z.B. auch am hellen Tag mit Offenblende arbeiten kann ohne mit einem ND-Filter herumzuhampeln zu müssen.

Leica hat der CL einen wirklich fantastischen Sucher spendiert. Der sogenannte EyeRes-Sucher hat mit 2,36 MP zwar nicht die extreme Auflösung eines SL-Suchers, er ist aber trotzdem schnell, klar, hell, scharf und es ist bisher der einzige Sucher, den ich als Brillenträger problemlos überblicken kann (Vergrößerung: 0,74fach). Endlich!! In Sachen Elektronischer Sucher ist die CL somit klar besser als die Fuji X-Pro2 (die hat allerdings noch einen optischen Sucher, das ist eine ganz andere Geschichte). Leica hat außerdem bei einer entscheidenden Kleinigkeit mitgedacht: das Dioptrien-Korrekturrad lässt sich gegen unbeabsichtigtes Verstellen sichern (man muss es zum Verstellen herausziehen). Super! Wie oft habe ich mir diese Einstellung bei Fuji unbeabsichtigt an der Jacke verdreht und wenn es dann um die Wurst (ums Bild) ging, gab es erstmal ein dummes Gesicht. Ich liebe den Sucher der CL und nehme dafür auch gern in Kauf, dass er ein wenig zu groß für das Gehäuse zu sein scheint - ein, wie mir scheint, strittiger Punkt am Design der Kamera. Aber wie ich eingangs schon erwähnte, mich stört es nicht.

 

Rückseite mit großem Sucher und leicatypisch wenigen Bedienelementen. Die Folie ist noch drauf - mein Displayschutz reist noch mit der Post durch Deutschland...

 

Sehr schön ist auch die Tatsache, dass die Leica einen Akku verwendet, der dem günstigen Sigma BP-51 entspricht. Ich mißtraue den billigen No-Name-Ersatzakkus immer grundsätzlich, habe jedoch kein Problem, einen originalen Sigma-Akku als Ersatz für schmales Geld zu verwenden.

Wenn wir uns gerade beim Akkufach befinden - hier treffen wir auf einen der wenigen Kritikpunkte. Die CL hat keinen internen Speicher für Bilder (wie die TL2) und nur einen SD-Card-Slot. Der Dualslot der X-Pro2 war mir etwas lieber weil ich tatsächlich schon erlebt habe, dass sich eine SD-Karte verabschiedet hat. Bei der Leica ist da nun wieder zittern und regelmäßiges wechseln/kopieren angesagt. Man sollte auf keinen Fall einen kompletten Urlaub lang auf eine einzige SD-Karte vertrauen, das kann in die Hose gehen - ich spreche aus Erfahrung.

Das Menüsystem und die dazugehörigen (wenigen) Tasten erinnern mich an die M - was mir sehr lieb ist. Der Touchscreen hätte zwar auch das System der Leica T ermöglicht, mir ist die konventionellere Methode jedoch lieber. Touchscreen? Ja, die CL hat einen Touchscreen (3 Zoll, 1.04 MP) und obwohl die Bedienung eher auf Einstellrädern und einem Steuerkreuz basiert, fließt die Touchbedienung durch die üblichen Gesten (Bilder weiterwischen, vergrößern und verkleinern oder Schnellauswahlen) sinnvoll in das Gesamtkonzept ein. Ganz wichtig: als alter Leica-Onkel fühlt man sich hier sofort zu Hause. Wenig Bedienelemente (3 Tasten und ein Steuerkreuz), reduzierte und simple Menüs, einleuchtende Bedienung... das, wofür Apple mal stand, lebt Leica noch heute.

Obwohl... es gibt etwas, worüber ich ein wenig die Nase rümpfe. Mir persönlich wäre es nämlich lieber gewesen, man hätte wie bei der X oder anderen Leica-Geräten jeweils ein graviertes Rad für Verschlusszeit und Blende gehabt. Da sieht man auch im ausgeschalteten Zustand schön, wie die Kamera konfiguriert ist und kann diese Einstellungen stromlos anpassen. Beim nächsten Einschalten ist dann alles bereit. Wie früher.

Die Leica CL geht jedoch den Weg der TL2 und der SL. Die beiden Einstellräder sind multifunktional, damit unbeschriftet und nur im eingeschalteten Zustand zu bedienen (weil man nur dann im kleinen Display ablesen kann, welche Funktion und Einstellung sie gerade haben). Soweit so gut. Diese Tatsache hat aber noch eine ganz andere Konsequenz. Während sich nämlich aus fest vergebenen Einstellrädern die Prioritäten (Blendenpriorität, Zeitenpriorität, voll manuell oder Programmautomatik) quasi von selbst als Folge der Einstellung ergeben (jedes Rad kann ja auf einem Wert oder auf A wie Automatik stehen), muss man bei der CL die Betriebsart in Form der bekannten P-A-S-M-Modi auswählen und daraus ergibt sich dann eben die dafür jeweils gültige Belegung der Einstellräder. Wir nähern uns hier also ein wenig der DSLR-Welt an.

Ich werde den gewohnten Weg gehen und die Kamera immer in der Blendenpriorität stehen lassen (das habe ich mir mit der M240 so angewöhnt), d.h. ich gebe die Bildgestaltung mit der Blende vor und greife nur weitergehend ein, wenn ich mit der daraus resultierenden Verschlusszeit unzufrieden bin. Insofern ist alles gut und ich bin mit mir und der Kamera im Reinen, trotzdem hätte ich es noch ein ganz klein wenig mehr gemocht, wenn die Einstellräder funktional vorgegeben und graviert gewesen wären. Allerdings kann ich Leica verstehen - das System ist auf diese Art flexibler und eine feste Blendeneinteilung macht vielleicht wenig Sinn, wenn die vorhandenen Zoomobjektive variable Blendenöffnungen haben. Auf der X-Varion konnte es seinerzeit verwirrend sein, die Blende mit dem mechanischen Einstellrad auf 3,5 zu stellen und am langen Ende des Zooms dann trotzdem bei 6,4 zu landen. Somit ist die CL insgesamt konsequenter und schlüssiger ausgelegt und stellt eine Art Brücke zwischen der DSLR-Welt und der alten, mechanischen Welt dar.

Damit kommen wir auch schon zum Ende dieses ersten Tages. Ich werde mir nun einige Zeit für Praxis und erste Fotos gönnen und diesen Bericht dann fortsetzen. Auf weitere Details wie das WLAN-Modul, das obere Display, Fuji-RAW vs Leica-RAW, Akkulaufzeit u.v.m. gehe ich später noch ein.

Eine Sache kann ich jedoch schon vorwegnehmen. Nachdem ich heute Abend mit meinem Notobjektiv, einem alten M44er Yashica 50mm F1.7 einige voll manuelle Aufnahmen in der Wohnung gemacht habe, stelle ich fest, dass selbst manuelles fokussieren dank dem sehr guten Sucher und dem standardmäßig aktiven Fokuspeaking (scharfgestellte Kanten werden farblich hervorgehoben) leicht und angenehm von der Hand geht. Wesentlich besser als mit dem - nun schon älteren - Aufstecksucher der M240, der die Kontrastkanten für meinen Geschmack immer zu dezent markierte und selbst besser als bei der Fuji X-Pro2, deren elektronischer Sucher nicht ganz an den der CL herankommt. Das ist ein guter Anfang, denn so werden vielleicht doch noch einige ältere manuelle Objektive hin und wieder Verwendung finden!

Für heute wandert die CL erstmal in den Schrank, wo sie die erste Nacht in ihrem neuen Zuhause verbringen wird. Am Wochenende wird es reichlich Gelegenheit für Fotos und praktisches Ausprobieren geben.

 

PS: Ich habe noch gar nicht erzählt, welches (unkonventionelle) TL-Objektiv ich für den Anfang ausgewählt habe. Mache ich jetzt auch nicht. Erst im nächsten Teil. Aber einen entscheidenden Hinweis gibt es hier im Bericht schon...

 

Hier geht es zum Teil 2...

 

 

 

 


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