Leica Super-Elmar-M 18mm und das alte Tempotaschentuch

May 15, 2015  •  11 Kommentare

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Was hat ein altes Tempotaschentuch mit dem Super-Elmar-M 18 zu tun? Einfach den Testbericht bis zum Ende lesen...

Meine "fotografische Wohlfühlzone" liegt im Bereich Landschaft und Architektur. Das bedingt natürlich auch eine gewisse Affinität zum Thema Superweitwinkel und ja - ich gebe es zu: ich liebe Brennweiten unterhalb von 24mm.

Meine ersten Erfahrungen machte ich mit der Nikon D600 und dem Sigma 12-24. Das Sigma war sicherlich nicht das beste Objektiv, noch dazu ein Zoom, aber es war ein guter Lehrmeister und ich verdanke ihm viele wertvolle Erfahrungen. Ich lernte beispielsweise, dass es nicht ausreicht, viel Raum einzufangen. Man muss diesen Raum auch mit Inhalt füllen. Vor allem aber muss man genau auf den Kamerawinkel achten und möglichst immer mit der digitalen Wasserwaage arbeiten - sonst kriegt man es schnell mit perspektivischen Verzerrungen zu tun, die man auch mit der besten Software nie wieder zurechtbiegen kann. Knallharte Kontraste, inhomogener Himmel und Lens-Flares verlangen zusätzlich viel Zeit in Lightroom oder Photoshop. Nachteile wie hohe Vignetierung kann man ausgleichen, fehlende Schärfe am Rand jedoch nicht.

 

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ISO200, 1/4sek, F16

 

Ich bemerkte bald, dass 12mm für meine Art der Fotografie und für meinen Geschmack eigentlich zu viel sind. Der Wow-Effekt nutzt sich sehr schnell ab. Dennoch blieb eine gewisse Faszination bestehen und deshalb versuchte ich es als nächstes mit einer 20mm-Festbrennweite von Nikon. Davon abgesehen, dass die optische Performance dieser Optik generell eher durchschnittlich war, gefiel mir der Bildwinkel hier schon eher. Enge Straßenzüge und schmale Räume ließen sich damit gut einfangen. Trotzdem waren die perspektivischen Verzerrungen gut beherrschbar und vor allem war es möglich, Menschen abzubilden ohne sie komplett der Lächerlichkeit preiszugeben. Kurz, es war eher ein Objektiv als ein Zerrspiegel.

Ich kam deshalb für mich selbst zu dem Ergebnis, das wohl 18-20mm das Optimum sein müssen, der sweet spot, der kleinste gemeinsame Nenner, der für alles taugt. Landschaft, Gebäude, Innenräume, zur Not auch Personen.

 

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ISO200, 1/2sek, F16

 

Das Zeiss Distagon 18mm bestärkte mich in dieser Auffassung. Dieses Objektiv fühlte sich an der Sony A7r einfach richtig an. Blickwinkel, Eckenschärfe, optische Performance - alles war perfekt und ich machte damit erstmals Weitwinkelaufnahmen, mit denen ich vollkommen zufrieden war.

Als ich mich schließlich auf die Leica M240 einschoss und die Sony verkaufte, stand für mich fest, dass es auch für die Leica wieder eine 18mm-Brennweite geben würde. Wenn es denn unbedingt 18mm sein müssen, kommt man um das Super-Elmar-M 3.8/18mm Asph nicht herum. Es gibt davon keine lichtstärkere Variante und übrigens auch kein Leica-Objektiv mit noch kürzerer Brennweite (abgesehen vom Tri-Elmar, das aber keine reine Festbrennweite ist).

Allerdings - und das möchte ich hier vorwegnehmen - ist das 18er nicht optimal, wenn man mit ND-Filtern arbeiten möchte. Zu den Gründen äußere ich mich weiter unten noch ausführlich (Stichwort Tempotaschentuch). Für solche Sonderaufgaben ist das Super-Elmar-M 21, brennweitenmäßig der nächste Nachbar, besser geeignet.

 

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ISO200, 1/125sek, F11

 

Generell ist das 21er eine gute Alternative zum 18er, es erhält regelmäßig ebenfalls sehr gute Testnoten. Auch das legendäre Summilux-M 1.4/21mm Asph soll hier nicht vergessen werden, allerdings - bei allem Respekt für Leicas Objektivbaukunst - sehe ich nicht ein, wofür ich bei einem Superweitwinkel eine Blende von F1.4 brauche (mal ganz abgesehen vom astronomischen Preis). Eine interessante Optik ist zudem das bereits kurz erwähnte Tri-Elmar-M 16-18-21mm F4.0 Asph. Doch auch hier ist der Preis nicht ganz unproblematisch und im Verhältnis dazu fand ich die drei Brennweiten 16mm, 18mm und 21mm zu nah beieinander, als dass das Tri-Elmar für mich Sinn machen würde.

Mit den Alternativen von Zeiss und Voigtländer befasste ich mich nicht näher, da ich so ilustre Dinge wie lila Ecken vermeiden wollte. Drittobjektive sind hier immer etwas problematisch und mit Vorsicht zu genießen. Eine Ausnahme soll wohl z.B. das neu gerechnete Voigtländer Heliar 15mm in der Version III bilden. Aber die experimentelle Phase habe ich definitiv hinter mir gelassen (und 15mm waren mir auch schon wieder ein wenig zu viel des Guten). So blieb ich beim Super-Elmar-M 18mm.

 

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ISO200, 1/125sek, F8.0

 

Wie es der Zufall so will, machte ich auch diesmal wieder die meisten Testbilder bei einem Kurzurlaub in Zingst. Die Motive von der Seebrücke sind vergleichbar mit denen aus meinem vielgelesenen Zeiss Distagon 18mm-Testbericht (ziemlich genau ein Jahr alt) und so kann der interessierte Leser direkt vergleichen, wie sich die Kombo Sony A7r mit Zeiss 18mm gegen die Leica M240 mit SEM18 so schlägt.

Generell scheint es nicht sehr viele Testberichte vom Super-Elmar-M 18mm zu geben, zumindest habe ich im Internet kaum aussagekräftiges gefunden. Die Optik scheint ein Nischendasein zu führen und ich hoffe, hier etwas zur allgemeinen Erleuchtung beitragen zu können.

Schauen wir uns das gute Stück zunächst einmal an.

Es gehört definitiv nicht zu den kleinsten Leica-Objektiven, bleibt aber insgesamt dennoch im Rahmen. Wir reden hier über 310 Gramm, 58mm Länge und 61mm Durchmesser. Am M240-Body ist es gut ausbalanciert und nicht zu massiv (andere Superweitwinkel sind häufig äußerst frontlastig), lediglich die aufschraubbare Sonnenblende trägt noch etwas zusätzlich auf. Ich muss diese Blende aber trotzdem entschieden befürworten, denn zunächst mal schützt sie das Frontelement, das sich leider etwas herauswölbt und somit absolut anfällig für Beschädigungen ist. Vor allem braucht man sie aber um Lens-Flares zu vermeiden, die hier und da mal auftreten können, wenn man helle Lichtquellen im Sichtbereich hat.

 

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ISO200, 1/180sek, F11

 

Dieses Phänomen ist ein Anhängsel aller Superweitwinkel, genau wie die Vignettierung von 2,3 Blendenstufen bei Offenblende (1,7 Blendenstufen bei der M8). Abgeblendet auf F5.6 sind es noch 1,3 Blendenstufen (1,0 bei der M8). Ich kann damit leben und da die M240 etwas weniger rauscht als die M9, kann man die Vignettierung meist relativ unbedenklich im Lightroom ausgleichen.

Das Super-Elmar-M ist eine retrofokusartige Konstruktion, es besteht aus 8 Linsen in 7 Gruppen. Eine Linse hat gleich zwei asphärische Oberflächen. Der Blickwinkel beträgt runde 100 Grad.

Die Verzeichnung bleibt mit 1,8% im Rahmen, ist allerdings ein ganzes Stück höher als beim Zeiss Distagon 18mm. Mann muss sich hier aber trotzdem nicht vor der Geometrie fürchten - vorausgesetzt man hält die Kamera beim Fotografieren halbwegs gerade. Kleiner Tipp bei der M240: elektronische Wasserwaage einblenden.

 

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ISO200, 1/2sek, F16

 

Wie alle Leica-M-Objektive hat auch das Super-Elmar keinen Autofokus. Den braucht es aber auch nicht wirklich, denn ab Blende 8 ist von rund einem Meter bis unendlich alles scharf. Blende 11 ist wohl das Optimum bevor dann die Beugungsunschärfe wieder einsetzt. Auch bei Offenblende (F3.8) ist die Schärfe nicht wesentlich schlechter. Dazu kommt, dass man die Leica mit dieser Optik auch bei einer Belichtungszeit von 1/25tel noch ruhig halten kann (mit etwas Übung). Zusammen mit der erweiterten ISO-Fähigkeit der M240 gelingen so auch mit Blende F3.8 noch sehr gute Aufnahmen bei wenig Licht - aus der Hand!

 

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ISO3600, 1/45sek, F3.8, aus der Hand

 

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ISO1000, 1/60sek, F5.6, aus der Hand

 

Überhaupt ist das Handling an der M240 zusammen mit dem elektronischen Sucher hervorragend. Man kann sich die elektronische Wasserwaage oder das Peaking einblenden und wenn man aus der Hand fotografiert, ist die sogenannte automatische Wiedergabe ein besonderes Schmankerl das ich sehr häufig nutze. Dazu muss man einmal im Menü, im Bereich SETUP den Punkt Automatische Wiedergabe anwählen. Es öffnet sich eine Auswahl, in der man Auslöser gedrückt wählt. Wenn man jetzt ein Foto macht, läßt man den Zeigefinger einfach einen Moment länger auf dem Auslöser. Solange man diesen gedrückt hält, erscheint das soeben gemachte Foto direkt auf dem Display (oder im elektronischen Aufstecksucher), bis man den Auslöser wieder loslässt. So kann man sehr schnell und ohne zusätzliche Tasten das soeben gemachte Bild kurz überblicken. Beim 18mm ist mir das sehr wichtig, weil es dort wirklich auf korrekte Komposition bis in die Ecken ankommt.

 

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ISO200, 1/500sek, F8.0

 

Die subjektive Bildanmutung des Super-Elmar 18 (für mich wichtiger als Messwerte) ist hervorragend - meiner Meinung nach noch besser als beim Zeiss Distagon 18mm. Das Super-Elmar ist noch einen Tacken schärfer und liefert unglaublich detaillierte Bilder. Chromatische Abberationen sind mir nirgends aufgefallen. Farben stellt es eher kühl und natürlich dar. Es erzeugt generell ein etwas "flacheres" Bild, meistert dadurch jedoch hohe Kontrastunterschiede (z.B. filigrane Strukturen vor hellem Himmel) bemerkenswert gut. Zudem nutzt es die Dynamik des Sensor auf diese Weise besser aus. Andere Superweitwinkel brachten mich mit ihren Über-Kontrasten manchmal regeltechnisch im Lightroom in Bedrängnis (Stichwort: Tiefen/Lichter).

 

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ISO200, 1/350sek, F8.0

 

Beim Thema Filter hingegen sind das Zeiss Distagon 18 oder das Super-Elmar-M 21 eindeutig die bessere Wahl. Beide besitzen nämlich ein flaches Frontelement und lassen Filter auch zusammen mit der Sonnenblende zu. Das Super-Elmar-M 18 ist eine Entweder-oder-Lösung. Entweder Sonnenblende oder Filter. Da das Frontelement hier gewölbt ist, braucht es einen zusätzlichen Filteradapter, den man anstatt der Sonnenblende aufschraubt. Er ist mit 85 EUR ziemlich sportlich bepreist und schwer zu organisieren ("Wir haben ihn bestellt, aber er kommt ewig nicht..."). Er verlangt zudem relativ große Filter mit 77mm Durchmesser.

 

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ISO200, 12sek, F8.0

 

Dazu kommt, dass der Filteradapter des Super-Elmar-M 18 in meinen Augen eine - Trommelwirbel - Fehlkonstruktion ist. Ich weiss nicht, was sich Leica dabei gedacht hat, ganz ehrlich. Man wollte nämlich besonders schlau sein und hat dem Teil "Gucklöcher" spendiert. Das mag an der M8/9/E vielleicht noch Sinn gemacht haben, weil der Adapter ein Stück Sucher verdeckt. Zudem könnte man, wenn man einen Polfilter davor aufschraubt, durch den Aufstecksucher und die Öffnungen des Filterhalters erahnen, wie sich der Filter auswirkt (meiner Meinung nach ist ein Polfilter auf einer 18mm-Optik relativ nutzlos, weil sich im Himmel durch das Superweitwinkel eigentlich immer Bereiche mit stark unterschiedlicher Helligkeit bilden). Für die M240 hätte man allerdings eine zweite Version des Adapters ohne Öffnungen anbieten sollen, denn wegen des Live-Views ist man nun nicht mehr auf (externe) optische Sucher angewiesen. Was aber ist denn nun mein Problem mit den Öffnungen? Ganz einfach, es ist relativ naheliegend, dass man ein Superweitwinkel wie das SEM18 mit ND-Filter für Langzeitbelichtungen verwendet! Und genau das verhindern die Öffnungen, da sie natürlich immer Fremdlicht hinter den ND-Filter lassen.

 


Filteradapter mit Aussparungen

 

Ich war natürlich auch blöd genug, mir über diese Aussparungen keine Gedanken zu machen und erst am Strand nach dem Aufbauen mit Erschrecken festzustellen, dass das ja gar nicht funktionieren kann. Verzweifelter Aktionismus war die Folge. Abdecken mit dem Finger war nicht möglich, da war der Finger in den Bildrändern sichtbar. Also suchte ich in meinen Hosentaschen und förderte ein altes Tempotaschentuch zutage - zu allem Überfluss auch noch ein benutztes. Ich zerteilte es und stopfte Fetzen davon in die Öffnungen, doch auch das brachte nur sehr begrenzt Erfolg. Vor mir spielten sich dramatischste Wolkenszenen ab und ich kam nicht zum Schuss!

 

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ISO200, 60sek, F8.0

 

Ein anderer Fotofreund ging langsam mit seiner DSLR hinter mir entlang und bewunderte meine Leica, aus derem Objektiv das zerfetzte Zellstofftaschentuch baumelte. Ich stierte in meinen Sucher, drehte ihm dabei den Rücken zu und dachte immer wieder: "Geh einfach weiter und halte die..." Es hat gewirkt. Er sprach mich nicht an.

Mit reichlich Unmut brach ich die Fotosession ab und ging am nächsten Morgen erstmal einkaufen. Blickdichter schwarzer Zeichenkarton, etwas Pappe und Paketklebeband. Nach einer Stunde basteln und fluchen hatte ich die Öffnungen dann geschlossen und konnte an diesem letzten Abend an der See tatsächlich noch einige Langzeitbelichtungen für diesen Bericht machen. Nur die schönen Wolken waren verschwunden, was einen neben mir stehenden Handy-Fotografen zu der unbedachten Bemerkung veranlasste: "Gestern hätten sie hier sein müssen, da war ein extrem dramatischer Himmel!" Der gute Mann ahnte nicht, dass mich nur die Anwesenheit weiterer Zeugen am Strand daran hinderte, ihn umzubringen und im Sand zu vergraben...

 

Pappe, Zeichenkarton und Paketklebeband - Do it yourself. Sorry, aber das kann wesentlich billigere Technik wesentlich besser...!

 

Mittlerweile habe ich den Filteradapter mit Hilfe eines guten Freundes umgebaut und die Öffnungen mit Metall verschlossen. Die wilde Pappkonstruktion gehört damit der Vergangenheit an. Fazit ist, dass sich jeder, der Langzeitbelichtungen mit dem Super-Elmar 18 plant, in irgendeiner Form etwas basteln muss, um den ND-Filter korrekt nutzen zu können.

Leider trifft das auch auf die Leica-Superweitwinkel Summilux-M 21 und das Tri-Elmar 16-18-21 zu, denn auch diese beiden Objektive benötigen einen separaten und nicht gerade billigen Filterhalter, der für ND-Aufnahmen eigentlich nicht nutzbar ist. Vorbildlich ist es hingegen beim Super-Elmar-M 21 gelöst. Wie bereits erwähnt besitzt dieses Objektiv ein Innengewinde (46mm Filter) und ein Außengewinde (Sonnenblende). Ich muss zugeben, hätte ich mich hier etwas besser informiert, wäre diese Optik das Mittel der Wahl geworden. Generell verkauft sich das 21mm wesentlich häufiger als das 18mm - die bessere Nutzbarkeit von Filtern mag vielleicht einer der Gründe dafür sein.

 

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ISO200, 1/60, F11

 

Beim Thema Langzeitbelichtung muss ich zudem auf eine Eigenart der M240 verweisen, die jedoch nichts mit dem Objektiv zu tun hat. Die Leica erlaubt nämlich bei ISO200 maximal 60 Sekunden Belichtung (auch im Bulb-Modus). Nach einer Minute geht der Verschluss gnadenlos zu - egal, ob man will oder nicht. Bei höheren ISO-Werten verkürzt sich die Zeit sogar noch. Zudem schließt sich an jede Langzeitbelichtung noch einmal die gleiche Zeit an, in der die Kamera eine Referenzaufnahme gegen den geschlossenen Verschluss fährt um vom vorher gemachten Bild ein Rauschmuster zu subtrahieren. Diese Funktion kann man nicht ausschalten. Ich habe mich über diese Eigenheiten der M240 in einem eigenen Testbericht bereits ausführlich geäußert.

 

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ISO200, 1/500sek, F8.0

 

Abschließend möchte ich noch einige Worte zur Verwendung des Super-Elmar 18 an der M9/M-E verlieren. Da diese Geräte keinen Live-View besitzen und der Messsucher nur bis zu einer Brennweite von 28mm genutzt werden kann, benötigt man einen sehr teuren rein optischen Aufstecksucher, der natürlich Annehmlichkeiten wie elektronische Wasserwaage vermissen läßt und beim Framing nicht ganz so präzise ist. Kriegt man es gar mit der Entfernungseinstellung zu tun, muss man zunächst im Aufstecksucher komponieren und danach im Messsucher fokussieren - nicht wirklich bequem. Ich persönlich habe das Thema Superweitwinkel bei der M9/M-E immer gemieden und (eigentlich fast nur dafür) immer eine zweite Kamera genutzt. Mit der M240 gehören solcherlei Probleme der Vergangenheit an.

 

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ISO200, 1/90sek, F11, ein Tag mit tollen Wolken - aber leider ohne funktionierenden Filteradapter


Fazit

Abgesehen von dem herumgehampel mit dem Filterhalter (und den damit verbundenen Erschwernissen im Bereich Langzeitbelichtung) geht mir die Arbeit mit dem Super-Elmar 18 ebenso leicht und komfortabel von der Hand wie die Arbeit mit der Sony A7r und dem Zeiss Distagon 18, oder wie die Arbeit mit jeder anderen DSLR. Generell spielt die M240 hier einige ihrer Vorteile - nämlich Live-View und optionaler elektronischer Aufstecksucher - voll aus.

Das Super-Elmar-M 3.8/18mm Asph ist relativ klein, leicht und von üblich guter Qualität. Die relativ geringe Lichtstärke spielt für mich kaum eine Rolle, da ich in diesen Brennweitenbereichen vornehmlich auf Stativ arbeite. Doch auch ohne Stativ sind selbst bei wenig Licht noch gute Aufnahmen machbar, da die M240 einen vernünftigen ISO-Bereich bietet und Aufnahmen bis zu 1/20tel aus der Hand mit etwas Übung möglich sind.

 

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ISO200, 1/125sek, F11

 

Die Verzeichnung fällt zwar gering aus, aber andere Objektive, z.B. das Zeiss Distagon 18mm, erreichen an dieser Stelle sogar noch bessere Werte. Die Vignettierung ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen - das lässt sich aber wie gewohnt im Lightroom komfortabel beheben. Die Schärfe ist schon bei Offenblende ausgezeichnet und erreicht ihr Optimum bereits ab F5.6. Die Gegenlichtblende trägt etwas auf, ist aber obligatorisch, um das (leider) hervorstehene Frontelement zu schützen und Lens-Flares zu verhindern.

Was mir besonders auffiel: das Objektiv kommt außergewöhnlich gut mit hohen Kontrasten zurecht und chromatische Abberationen scheint es nicht zu geben. Die Aufnahmen wirken nicht ganz so warm und kontrastreich wie bei anderen Super-Weitwinkeln, was für mich mehr Spielraum in der Nachbearbeitung bedeutet.

Wer Langzeitbelichtungen plant, sollte auf das Super-Elmar-M 21mm ausweichen - oder muss beim Super-Elmar-M 18 einige Zeit für basteln einplanen.

Abgesehen von dieser kleinen Schwäche kann ich das Super-Elmar-M 3.8/18mm Asph uneingeschränkt empfehlen.

 

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ISO200, 1/180sek, F11

 

Wie geht es weiter?

Ein Objektiv ist noch offen: das legendäre Summilux-M 1.4/50mm Asph FLE. Mein Plan ist, dieses Normalobjektiv im Sommer auf Teneriffa durch alle normalen und unnormalen Situationen zu jagen, auch mit ND-Filter um bei Sonnenlicht Offenblende zu ermöglichen. Der entsprechende Testbereicht wird im Spätsommer/Herbst hier zu lesen sein.

 

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ISO200, 1/350sek, F11

 

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ISO200, 1/750sek, F8.0

 

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ISO200, 1/250sek, F8.0

 


Kommentare

Cetus-A
Hallo Andreas,

ja, das Thema Benachrichtigungen funktioniert hier bei Zenfolio leider noch nicht so gut wie bei Wordpress. Hoffe, da kommen mal noch Updates.

Dein Eindruck von der SL ist interessant, ich habe hier gegenteilige Aussagen bzgl. der Größe. Allgemein wird gesagt, mit dem Zoom ist sie zwar riesig, mit adaptierten M-Optiken soll die SL jedoch hinsichtlich Größe ganz okay sein. Ich denke, hier ist auch viel Psychologie im Spiel. Wer einmal so viel Geld für die SL ausgegeben hat, wird sich hinterher sicher Mühe geben, das Ganze eher positiv zu betrachten. Ich persönlich werde sie mir selbst mal anschauen (bei Gelegenheit). Denke aber auch, dass sie mir eher zu groß / schwer ist, obwohl ich sie rein technisch schon toll finde.

Und zum Thema Sony: die A7-Serie ist hervorragend, da müssen wir gar nicht drumherum reden. Seit Jahren mal wieder ein Hersteller, der nach vorn schaut und geile Geräte baut, die was können und sich positiv abheben. Gerade auch die A7r-II - fantastisch. Dazu kommt, dass es nun immer mehr unterschiedliche Objektive für die FE-Geräte gibt... Klar ist sie billiger, ist halt keine Manufaktur-Arbeit "Made in Germany", aber deswegen ist und bleibt sie trotzdem eine super Kamera. Ich meine damit, auch wenn ich ein Leica-Fan bin, kann ich nichts schlechtes über die Sony A7-Reihe sagen. Und ich verstehe auch, wenn jemand bei den Leica-Preisen Bauchschmerzen kriegt und dann lieber eine Sony nimmt, gern auch mit diversen Leica-Optiken. Warum nicht? Machen wir uns nichts vor, 10k für einen Body und ein Zoom - das will sich einfach nicht jeder leisten, selbst wenn er es könnte. Und das respektiere ich voll.
Schlussendlich macht der Fotograf das Bild, nicht die Kamera. Ich kenne genug Fotografen, die eine wesentlich preiswertere Ausrüstung haben als ich und trotzdem wesentlich bessere Bilder machen. Da muss man trotz aller Leica-Manie schon ehrlich zu sich selber bleiben. Für mich ist es so, wie einen englischen Sportwagen zu fahren. Das ist nicht rational. Deswegen: qäl Dich nicht. Wenn Dir die Sony besser passt, dann nimm sie ruhig. Damit kannste absolut nichts verkehrt machen.
Andreas Grund(nicht registriert)
Hallo Jörg,

ich hatte die SL bei dem Fotohändler meines Vertrauens schon in den Händen - das Teil ist für mein Empfinden riesig und wiegt mit dem SL Zoom Objektiv rund 2kg. Das Ganze hat mich sehr an eine alte Pentax Mittelformatkamera erinnert, auch groß und schwer. Das ergibt für mich zunächst gerade bei der Verwendung von M Objektiven einen merkwürdigen Widerspruch - die Objektive klein und handlich, das Gehäuse groß und schwer.

Vielleicht probiere ich doch erstmal entweder eine A7S oder eine A7 II aus. Die erstgenannte soll durch die großen Pixel der 12 MP Sensors gut mit den Leica M Objektiven harmonieren, die zweitgenannte ist durch den internen Bildstabilisator interessant. Ich finde die Leica Produkte alle sehr gut, ob S, SL, M240 oder auch die Q - der Preis ist auch angemessen; absolut betrachtet aber sehr hoch. Wenn man bedenkt, dass eine A7 II gerade mal 1500 Euro kostet- ok, ist halt nur eine Sony :-)

zu P.S. - da ich keine Benachrichtigung bekomme, wenn Du hier etwas schreibst, habe ich es schlicht vergessen, Deine Antwort zu lesen. Meine Email steht unten, wenn Du Lust hast, kannst Du mich auch da kontaktieren - ab und zu ein kleiner Austausch zum Thema Leica etc. fände ich schon interessant!
Cetus-A
Hallo Andreas,

jaa, das 50er Lux ist schon ein Schätzchen. Auf meiner M ist es regelrecht festgewachsen, die anderen Optiken sind jüngst in den Hungerstreik getreten, weil sie nie drankommen. :-)

Die SL ist natürlich auch so eine Sache. Ich kenne einen M240-Besitzer, der bereits auf die SL umgestiegen und wunschlos glücklich damit ist. Die Kamera muss wirklich fantastisch sein und wenn man sie mit M-Objektiven nutzt, soll sie auch vertretbar groß und schwer sein. Das wäre also echt ne Überlegung wert... Oder man schaut mal, was die Nachfolgerin der aktuellen M so bringt...

Dein 500px-Profil werde ich mir mal anschauen und meine Kommentare direkt dort posten.

Beste Grüße
Jörg

PS: hatte ich vergessen, Dir eine Antwort zu schicken oder hattest Du vergessen, meine Antwort zu lesen?
Andreas Grund(nicht registriert)
Hallo Jörg,

irgendwie ist mir Deine Antwort leider bisher entgangen!

Falls es Dich interessiert, ich habe mein FE 16-35 und mein Leica Summarit 2,4/50 gegen ein neues Summilux 1,4/50 Asph. eingetauscht (na ja, mit einem kleinen Aufgeld :-)). Großartiges Objektiv, kann ich nur sagen! Hat bei Offenblende ist gewisse Bildfeldwölbung (ist bekannt), aber wenn ich beispielsweise auf die Ecke fokussiere, ist selbst mit meiner A7 dort alles super scharf bei f=1,4. Im Vergleich zu meinem 40 Jahren alten 50-er pre-asph. Summilux liegen bei Offenblende hinsichtlich Schärfe und Kontrast Welten.

Zu einer M240 konnte ich mich noch nicht durchringen, zumal es für den gleichen Preis auch mittlerweile die Leica SL gibt. Das ist allerdings ein richtiger Klotz, und 7k Euro ja auch nicht gerade Kleingeld. Das 18-er Elmar ist immer noch in der Planung - das Summilux hatte aber Vorrang!

Ein paar Bilder mit der A7 und meinen Leica Objektiven findest Du übrigens auf 500px.com/dragrund

vg Andreas
Cetus-A
Hallo Andreas,

hm, Danke für Deinen Kommentar, das bewahrt mich davor, das Zeiss FE16-35 zu kaufen (ich hatte das durchaus mal auf dem Plan). Du hast schon Recht, für ein Zoom mag es gut sein aber wenn man die Festbrennweiten gewohnt ist, ist es vielleicht nicht so das Wahre. Interessant ist auch Deine Aussage zum FE 1.8/55, das kuriert mich ein wenig von dem stillen Verlangen nach einer A7(r) II, dass mich von Zeit zu Zeit überfällt. :-) Zum Schritt mit der M240 (oder Nachfolger) kann ich Dir nur raten. Ich habe die Leica in meinem M240-Testbericht auch mit der Sony A7r verglichen und der einzige wirkliche Vorteil der Sony - in meinen Augen - ist in manchen Situationen der Autofokus. Ansonsten kann man mit der M240 nichts falsch machen.
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